Fernmeldedienst Dortmund

Der Fernmeldedienst Dortmund ist ein Zusammenschluss der Informations- und Kommunikationseinheiten (I&K) von:

  • Arbeiter-Samariter-Bund Ortsverband Dortmund e. V.
  • Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Dortmund e. V.
  • Feuerwehr Dortmund
  • Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Kreisverband Dortmund
  • Malteser-Hilfsdienst e.V. Stadtgeschäftsstelle Dortmund
  • Technisches Hilfswerk Ortsverband Dortmund

 

Entwicklung des Dortmunder Fernmeldedienstes 

Bis in das Jahr 1970 stellte die Polizei den gesamten Fernmeldedienst Dortmund. Dies galt für verschiedene Einsatzlagen bis hin zum Katastrophenschutz. Mit der Neufassung des Katastrophenschutzgesetzes wurde der Fernmeldedienst den Gemeinden überstellt. Verantwortlich für die Kommunikation der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr ist deshalb seit Beginn der 70er Jahre die Stadt Dortmund.

Verschiedene Fernmeldestellen sind eingerichtet:

  • Fernmeldezentrale mit Hauptverwaltungsbeamten unter Zuständigkeit des Technischen Hilfswerks (THW)
  • Drei Abschnittführungsstellen, besetzt vom Arbeiter-Samariter-Bund und zwei Zügen des Deutschen Roten Kreuzes
  • Eine zusätzliche „Technische Einsatzleitung Bund“ liegt in der Verantwortung des THW

 

Die Technische Einsatzleitung für den Katastrophenschutz gewährleisten die Gemeinden. Mit Landeszuschüssen konnte die (Stadt) Feuerwehr Dortmund einen Einsatzleitwagen beschaffen, der drei Aufgaben zu erfüllen hat:

  • Einsatzleitung Feuerwehr
  • Technische Einsatzleitung im Katastrophenschutz
  •  Bildung des Katastrophenschutzstabes Nord des Regierungsbezirks Arnsberg für das Land NRW

 

Zum damaligen Zeitpunkt stand gezielt ausgebildetes Personal noch nicht bei allen Organisationen zur Verfügung. Die erste Großübung vor etwa 25 Jahren zeigte Defizite. […] Quelle: Feuerwehr Dortmund

 

Austausch der Fernmeldeeinheiten

Für die Optimierung der Zusammenarbeit werden organisationsübergreifende zielgruppenspezifische Fachausbildungen im Bereich der Führung und Kommunikation angeboten und durchgeführt. Die vermittelten Fähigkeiten und Kenntnisse werden in regelmäßigen Übungen geprüft um Stärken und Schwächen identifizieren zu können.

Die daraus folgenden Erkenntnisse werden bei künftigen Ausbildungen und Schulungen berücksichtigt.

Weiterhin bietet der Fernmeldedienst Dortmund ein Netzwerk, in dem:

  • Fachinformationen ausgetauscht werden über
    • Fernmeldetechnik
    • Gerätekunde
    • Information und Kommunikation
    • Großeinsätze
  • Firmenprodukte inkl. Präsentationen
  • Unterstützung bei Einsätzen
    • mit Material
    • mit Personal

Historie der Übungen und Einsätze des Fernmeldedienst Dortmund:

1984

Am 22. September 1984 gab es die erste gemeinsame Funkübung der Führungen der Katastrophenschutzeinheiten innerhalb der Stadt Dortmund. Im Gebiet des Dortmunder Nordwestens wurde die Übermittlung von Nachrichten per Funk und Draht geübt. Vorbereitet wurde die Übung durch die Berufsfeuerwehr der Stadt Dortmund. Standort der Übung war das Gerätehaus der Feuerwehr in Groppenbruch.

1986

Am 18. Oktober 1986 fand eine durch die Feuerwehr Dortmund vorbereite Fernmeldebetriebsübung im Dortmunder Süden statt. Schwerpunkt dieser Übung, die rund um das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Dortmund Holzen stattfand, war eine möglichst hohe Zahl von verschiedenen Nachrichten auf einem einzigen Funkkanal zu übermitteln. Dies bedingt eine hohe Funkdisziplin aller beteiligten Sprechfunker, um gegenseitige Störungen zu minimieren.

1987

Vom 29. bis 31. Mai 1987 fand die erste standortverlagerte Fernmeldeübung, die durch den Fernmeldedienst des DRK vorbereitet wurde, auf dem Übungsgelände „Borkenberge” statt. Ziel dieser Übung war es, geeignete Standorte für Relaisstellen ausfindig zu machen und die Reichweiten zum Relais in den Borkenbergen zu testen. Die dabei gemessenen Reichweiten erstreckten sich bis zum Teutoburger Wald hin.

1989

Am 16. August 1989 fand eine weitere Fernmeldeübung in Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium Arnsberg und Münster statt. Ziel dieser Übung war, Standorte gemäß UTM-Koordinaten anzufahren und von dort Funkverbindung zur Leitstelle in Dortmund, Leipziger Straße, aufzunehmen. Die anzufahrenden Standorte befanden sich im gesamten Münsterland bis hin zur holländischen Grenze.

1990

Am 20. Oktober 1990 wurde die Katastrophenschutzübung „Open Air” im Westfalenstadion nachgestellt. Hierbei wurden drei Abschnittsleitungen betrieben, die über das Dortmunder Stadtgebiet verteilt waren. Gestellt wurden die Abschnittsleitungen durch die Feuerwehr Dortmund mit der Ausweichführungsstelle (AFüSt) auf der Feuerwache 2, dem DRK in Oespel und dem ASB in Schüren.

1991

Eine weitere Fernmeldeübung wurde vom 11. bis 13. Oktober 1991 vom Fernmeldedienst des DRK im ehemaligen Schullandheim der Stadt Herne in Herscheid durchgeführt, unter Beteiligung der Gruppe des ABC-Zuges der JUH. Ziel der Übung war die Formulierung von Sprechfunknachrichten, die Übermittlung dieser und die Dokumentation des Betriebs.

1993

Vom 18. bis 20. Juni 1993 führte der Fernmeldedienst Dortmund die jährliche Fernmeldeübung in Eineckerholsten bei Welver durch. Hierbei wurde die Schützenhalle zum Quartier. Ein Schwerpunkt dieser Übung war die Verbindung zwischen den Einsatzabschnittsleitungen per Feldkabel zu erbauen und zu betreiben.

1995

Für die Auswahl der Übungsorte werden auch die topographischen Gegebenheiten betrachtet, die sich von Übung zu Übung unterscheiden sollten.  Die jährliche Fernmeldeübung fand vom 06. bis 08. Oktober 1995 in Gevelinghausen (bei Bestwig) statt. Standort war die dortige Schützenhalle. Wiederholter Schwerpunkt der Fernmeldeübung war der Feldkabelbau. Die Übermittlung von Nachrichten über Funk war ebenfalls ein Übungsziel. Zum Abschluss der Fernmeldeübung wurde das Fahren im Verband (Kolonne) in Theorie und Praxis geschult.

1996

Vom 01. bis 02. November 1996 fand die nächste Übung auf dem Übungsgelände des THW in Handorf bei Münster statt. Auch bei dieser Übung bildeten der Funkbetrieb sowie der Feldkabelbau einen Schwerpunkt.

1997

Auf dem Übungsgelände des THW in Hamminkeln bei Wesel fand vom 03. bis 05. Oktober 1997 die nächste Übung statt. Über diese Fernmeldeübung informierte sich der damalige leitende Branddirektor Klaus Schäfer der Berufsfeuerwehr Dortmund mit seinem Stab vor Ort über den Ausbildungsstand sowie über den Übungsverlauf.

1998

Weiter ging es mit einer neuen Herausforderung. Vom 23. bis 25. Oktober 1998 war die THW-Unterkunft in Hesborn (Hochsauerland)  Austragungsort der Übung. Erschwert wurde der Übungsverlauf durch starke Windböen, die auch zu leichten Materialverlusten seitens des eingesetzten Großmasten führte.

1999

Um für den Jahrtausendwechsel bestens gerüstet zu sein, fand vom 03. bis 05. September 1999 eine weitere Fernmeldeübung in der Bundeswehrkaserne in Augustdorf statt. Erstmals nahmen Mitglieder des Leitungsdienstes der Berufsfeuerwehr Dortmund aktiv an der Übung teil. Erkenntnis der Übung war, dass der Fernmeldedienst für seine ihm zugewiesenen Aufgaben gerüstet ist.

2000

Um den Jahrtausendwechsel 1999/2000 noch einmal im Detail nachzuarbeiten, fand vom 01. bis 03. September 2000 in Everswinkel die nächste Fernmeldeübung statt. Die Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung der Übung durch die Gemeinde Everswinkel war hervorragend. In der von der Stadt kostenlos zur Verfügung gestellten Festhalle mit der angeschlossenen Turnhalle wurde die Übungsleitung eingerichtet. Die Begrüßung am Freitagabend erfolgte durch den Bürgermeister und den Kreisbrandmeister. Der Feldkabelbau quer durch die Stadt war für die Kräfte eine Herausforderung, die aber mit Bravour erledigt wurde. Das Ziel der Übung wurde zur Zufriedenheit aller erreicht. Mit dieser Übung verabschiedete sich Kurt Glauer in den wohlverdienten Ruhestand. Mit ihm ging ein souveräner Leiter dieser Übungen von „Bord”. Gedankt sei Kurt an dieser Stelle noch einmal für die vielen Stunden der Vorbereitung, Organisation und Durchführung bei Fernmeldebetriebsübungen!

2001

2001 wurde die geplante Übung wegen der Anschläge vom 11. September abgesagt.

2002

Vom 15. bis 16. Juni 2002 fand während der Fußball-WM die Fernmeldeübung in der THW-Unterkunft in Meschede statt. Hier waren die Herausforderungen an die Technik besonders hoch. Schwierigkeiten bereitete den eingesetzten Kräften die topografische Lage der Einsatzleitung direkt an der Ruhr. Auf Grund der langen Wege zwischen der Technischen Einsatzleitung und den Einsatzabschnittsleitungen wurde auf die Verbindung mittels Feldkabel verzichtet.

2003

Besser waren die technischen Bedingungen bei der Übung vom 12. bis 13. Juli 2003 in Iserlohn-Kalthof. Das Gelände des Truppenübungsplatzes in Deilinghofen bot ideale Voraussetzungen für den Aufbau und den Betrieb der Relaisstellen und der TEL. Schwierigkeiten traten mit den zugewiesenen analogen Funkkanälen bedingt durch Überreichweiten auf. So wurde der Funkverkehr der Rettungsleitstelle Marburg-Biedenkopf durch den Übungsfunkverkehr gestört. Diese Störungen konnten durch kurzfristig neu zugewiesene Funkkanäle abgestellt werden.

2004

2004 kam es zu einem Novum. Erstmals fand unsere Fernmeldeübung zum zweiten Mal am gleichen Ort statt. Vom 15. bis 17. Oktober 2004 waren wir wieder Gäste in der Gemeinde Everswinkel. Die Unterstützung durch die Kollegen der Feuerwehr und der politischen Gemeinde übertraf die Übung 2000 um Längen. Im Ratssitzungszimmer, auch der Ratssaal hätte uns zur Verfügung gestanden, wurde die Einsatzleitung aufgebaut. Leider konnte uns der Bürgermeister nicht selbst begrüßen, da er Urlaub hatte. Selbst in dem örtlichen Lokalradio wurde mehrfach auf unsere Übung hingewiesen.

2005

Die Übung diente der Vorbereitung der Fußball-WM 2006. Am 05. November 2005 wurden die von der Feuerwehr ausgesuchten Standorte für die Behandlungsplätze bzw. die Bereitstellungsräume auf ihre funktechnische Erreichbarkeit verifiziert. Dabei wurden erheblich Probleme bei den Funkverbindungen festgestellt, die zur Optimierung der Standorte führten.

 

2006

Im Jahr 2006 fiel die Übung in Folge der WM 2006 aus.

 

2007

Übung des Fernmeldedienstes Dortmund in Albersloh. Beteiligte Kräfte: Berufsfeuerwehr, Freiwillige Feuerwehr, Deutsches Rotes Kreuz, Arbeiter Samariter Bund, Johanniter Unfall-Hilfe, Malteser Hilfsdienst, Technisches Hilfswerk: Zugtrupp aus Castrop-Rauxel, Fachgruppen Führung/Kommunikation aus Jülich und Dortmund.

2008

Im Jahr 2008 fiel die Übung in Folge der Loveparade im Stadtgebiet Dortmund aus.

2009

Am 20. Juni 2009 fand die Übung im Raum Dortmund statt. Szenario war diesmal die Annahme eines Verkehrsunfalles im Bereich eines vierspurigen Straßentunnels.

 

2011

Als Großschadenszenario diente der am 15. Oktober 2011 stattgefundenen Fernmeldedienstübung ein extremes Unwetterereignis mit angenommenen Starkregen und den damit verbundenen Auswirkungen. Neben der Bearbeitung des Großschadenszenarios wurde den Teilnehmern auf der künftige digitale Bündelfunk für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) vorgestellt. Dieser wird ab 2013 den Betrieb aufnehmen und den bisherigen analogen Sprechfunk auf lange Sicht ersetzen.

 

2012

Die jährliche Fernmeldeübung wurde am Ausbildungszentrum der Feuerwehr Dortmund durchgeführt und umfasste die Anbindung der Einsatzabschnittsleitungen an die Übungsleitung mittels des selbstvermittelnden AWITEL-Netzes. Weiterhin wurden Workshop zu verschiedenen Themen angeboten. 

 

2013

Im Rahmen des erweiterten Probebetriebs zur Einführung des TETRA-Digitalfunks fand im Frühjahr eine gemeinsame Funkübung auf Dortmunder Stadtgebiet statt. Das Ziel dabei war die Funktionsfähigkeit der Netzinfrastruktur zu testen (s. "Weißes Rauschen": Test der Dortmunder Digitalfunkinfrastruktur) Etwa 80 Einsatzkräfte auch von der Freiwilligen Feuerwehr Meschede nahmen teil. Im Herbst lud der Fernmeldedienst erneut zu zwei Ausbildungsterminen zu den Themen Meldewege und Lagekartendarstellung in das Ausbildungszentrum der Feuerwehr Dortmund. Insbesondere der zweite Termin erfreute sich mit rund 30 Teilnehmern einer großen Beliebtheit.