Wesel, 01.09.2018, von Till Herrmann, Kathrin Schulte-Braucks

Kommunikation über Funk und Draht

Die Telekommunikation ist in unserer vernetzten Welt eine der zentralen Infrastrukturen, die zum reibungslosen Funktionieren von Gesellschaft und Wirtschaft dringend benötigt wird. Bei großflächigen Schadenslagen kommt der Kommunikation eine entscheidende Bedeutung zu. Fällt sie aus, hat dies weitreichende Folgen für die Bevölkerung, aber auch für die Abwicklung des Einsatzgeschehens. Daher übte die Fachgruppe Führung/Kommunikation (FGr FK) Dortmund die Sicherstellung der Kommunikationsverbindung über Funk und Draht.

mobiler Großmast (Foto: THW Dortmund/T. Herrmann).

Als im August im bei Potsdam liegenden brandenburgischen Treuenbrietzen der Wald brannte, kamen hunderte Einsatzkräfte mit dutzenden Fahrzeugen aus mehreren Bundesländern über eine große Fläche verteilt zum Einsatz. Dadurch entstand ein hoher Koordinierungsbedarf, um den Einsatz dieser Großzahl an Kräften effizient zu steuern. Die Kommunikation war jedoch erheblich dadurch erschwert, dass sowohl das Digitalfunknetz der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) als auch das Mobilfunknetz überlastet waren. Die Telekom setzte deshalb kurzfristig einen Mastkraftwagen ein, um das Netz temporär zu verbessern.

Auch das THW hat Kapazitäten, um im Falle einer größeren Störung der Kommunikationsnetze Inselnetze zum Zwecke der Einsatzabwicklung zu betreiben. Die Mastkraftwagen der Weitverkehrstrupps kommen regelmäßig bei Großveranstaltungen zum Einsatz, um Einsatzstellen per Richtfunk anzubinden. Bundesweit gibt es fünf dieser spezialisierten Einheiten. Anknüpfend an das neue Zivilschutzkonzept des Bundes ist ein weiterer Ausbau der Kommunikations- und IT-Fähigkeiten des THWs vorgesehen.

Das THW Dortmund hat keinen Mastkraftwagen, aber dafür einen mobilen Großmast, der variabel bis zu einer Höhe von 20 Metern errichtet werden kann und zur Sicherstellung von Funkverbindungen dient. Der Mast erfordert, abhängig von der gewählten Bauhöhe, einen Sicherheitsbereich von bis zu 30 Metern und eine Abspannung auf mehreren Ebenen. Sein sicherer Aufbau muss regelmäßig geübt werden. Dies war Gegenstand einer standortverlagerten Ausbildung der FK Dortmund auf dem THW-Übungsgelände in Wesel.

Die Anfahrt erfolgte bereits am Freitag. Nach gemeinsamen Grillen und Übernachtung wurde schließlich am Samstag zur Tat geschritten. Zunächst erfolgte eine Einweisung in das nötige Material. Anschließend wurde der ca. 4 Meter hohe Hilfsmast errichtet, über den die ca. 2 Meter hohen Mastrohre nach und nach hochgekurbelt werden. Auf der Mastspitze können über einen Antennenträger zwei Antennen befestigt werden. Weiterhin wurde die Errichtung eines 10 Meter hohen Klappmasten beübt, welcher wesentlich schneller und mit weniger Aufwand aufgebaut wird.

Eine Woche vorher wurde bereits in der Unterkunft in Dortmund die Errichtung von drahtgebundenen Kommunikationsverbindungen ausgebildet. Das THW Dortmund verfügt über mehrere Kilometer Feldkabel. Neben herkömmlichen Sprachverbindungen können auch Datenverbindungen über Feldkabel abgewickelt werden, beispielsweise mittels zweier DSL-/Ethernetbrücken. Es wurde geübt, einen Telefonanschluss an einem bestehenden Gebäude abzuholen, auf die fachgerechte Kabelführung zu achten und einen Verkehrsweg zu überqueren.

Die Ausbildungsreihe wird in den nächsten Wochen noch fortgesetzt. Zusammen mit dem Fernmeldezug der Feuerwehr Dortmund ist die Übung des Abholens eines DSL- bzw. VOIP-Anschlusses geplant.


  • mobiler Großmast (Foto: THW Dortmund/T. Herrmann).

  • Feldkabelbau: Abholen eines Telefonanschlusses (Foto: THW Dortmund/T. Herrmann).

  • Feldkabelbau: Das Kabel wird an einem Fallrohr festgelegt (Foto: THW Dortmund/T. Herrmann).

  • Feldkabelbau: Bau entlang einer Regenrinne (Foto: THW Dortmund/T. Herrmann).

  • Feldkabelbau: Überbau von Verkehrswegen (Foto: THW Dortmund/T. Herrmann).

  • Feldkabelbau: Überbau von Verkehrswegen (Foto: THW Dortmund/T. Herrmann).

  • Das Übungsgelände in Wesel bietet viele Möglichkeiten (Foto: THW Dortmund/K. Schulte-Braucks).

  • Aufbau des Hilfsmasts (Foto: THW Dortmund/T. Herrmann).

  • Montage des Antennenträgers (Foto: THW Dortmund/T. Herrmann).

  • Aufbau des 10m-Klappmasts mit Antenne (Foto: THW Dortmund/T. Herrmann).

Alle zur Verfügung gestellten Bilder sind honorarfrei und dürfen unter Angabe der Quelle für die Berichterstattung über das THW und das Thema Bevölkerungsschutz verwendet werden. Alle Rechte am Bild liegen beim THW. Anders gekennzeichnete Bilder fallen nicht unter diese Regelung.


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