Parey (Elbe), 19.06.2013, von Tim Ciprina

Bericht: 2. Technischer Zug half in Jerichow und Wust (ST)

Seit einigen Tagen bereits befand sich der Ortsverband in Bereitschaftsstufe I. Am 08. Juni war es dann soweit und auch Helfer des 2. Technischen Zugs starteten gegen 21 Uhr mit einem Mannschaftswagen und einem Gerätekraftwagen I in die Hochwasserregion. Ziel der Fahrt war der Bereitstellungsraum Parey in der Nähe von Fischbeck. Dort sammelten sich darüberhinaus viele Ortsverbände aus dem Geschäftsführerbereich Dortmund, darunter die Ortsverbände Altena, Balve, Halver, Lünen, Lüdenscheid, Unna-Schwerte, Werne und Hamm.

Bereits nach nur zwei Stunden Schlaf wurde der gesamte Bereitstellungsraum geweckt. Die Stadt Jerichow brauchte nach einem Dammbruch dringend Hilfe, wofür 95 Helfer sofort zur Stelle standen. Am Einsatzort angekommen übernahm der Zugtrupp des 2. Technischen Zugs aus Dortmund unter der Leitung des Zugführers die Koordinierung der eingesetzten THW-Kräfte. Ein Hochwasserschutznotdeich war gebrochen. Das Wasser lief nun strömungsartig in den Stadtkern. Ein Hochspannungsturm drohte voll zu laufen. Schnell wurden der Turm und der Stadtkern gesichert. In zwei Häuser lief ebenfalls Wasser und diese wurden ebenfalls gesichert. Noch während der Sicherungsarbeiten fuhr ein Teil der eingesetzten Kräfte weiter nach Fischbeck. Dort war es zu Sickerstellen in einem Deich gekommen. Diesen galt es nun durch Quellkarden zu stabilisieren.

Eingedrungendes Wasser beschädigt Deiche

Das am frühen Morgen in die Stadt Jerichow gelaufene Wasser sammelte sich an dem Jerichower Hauptdeich und beschädigte diesen im binnenwärtigen Bereich, zudem stieg das Wasser der Elbe immer weiter. Nur noch wenige Zentimeter fehlten damit die Elbe die Deichkrone übertrat. Sofort wurde unter der Führung des Dortmunder Gruppenführers Wassergefahren mit den Deichsicherungsarbeiten begonnen, der auf die fachliche Unterstützung eines Wasserbauingenieurs zurückgreifen konnte, der ebenfalls Helfer im OV Dortmund ist.  Dieser stand an der Spitze der Helferkette um den Sandsackverbau fachmännisch durch zu führen. Die rund 550 freiwilligen Helfer, dazu 100 Freiwillige der Feuerwehr Bremen, 60 der örtlichen Feuerwehren und knapp 30 des THW verbauten die Nacht hindurch knapp 12.000 Sandsäcke.

Ein großes Lob gilt hierbei allen freiwilligen Helfer, sowie dem Zugtruppführer  der die Verbindung zum Katastrophenschutzstab Jerichowerland aufrecht erhielt. Hierdurch wurde sichergestellt, dass sämtliches benötigte Material zeitnah an die Einsatzstelle geliefert wurde und so ohne größere Pausen gearbeitet werden konnte.

Ein eingeführtes Dreischichten-System für die THW Helfer stellte sicher, dass zu jeder Uhrzeit in den kommenden Tagen mindestens 30 Einsatzkräfte in Jerichow bereit standen um anfallende Arbeiten durch zu führen. Immer wieder mussten Pumparbeiten erledigt und weitere Sandsäcke verbaut werden. Die THW-Führungsstelle lief dabei im Zweischichten-System und wurde durch den Zugtrupp des OV Hamm und Dortmund im zwölf Stunden Wechsel bewerkstelligt.

Gebäude drohte einzustürzen

Am 10. Juni waren der Wasserpegel und damit der Wasserdruck so hoch, dass ein Gebäude durch den Zugführer des Dortmunder 2. Technischen Zugs, der auch als Baufachberater ausgebildet ist, auf Standsicherheit untersucht werden musste. In der Nacht hatten sich Risse im Mauerwerk des Gebäudes aufgetan. Das Haus wurde daraufhin durch das Einbringen von Holz stabilisiert und musste nunmehr regelmäßig begutachtet werden. Eine mobile Hochwasserschutzwand hatte lediglich noch 2,5 cm Luft, ehe das Wasser über diese Wand gelaufen wäre.

Am 11. Juni war der Wasserpegel in den Mittagsstunden soweit gesunken, dass die Arbeiten in Jerichow eingestellt werden konnten und es wurde wieder Einsatzbereitschaft im Bereitstellungsraum Parey gemeldet.

Deichbruch forderte auch einen Einsatz in Wust

Der 12. Juni forderte in den Mittagsstunden wieder den Bereitstellungsraum in den Einsatz. Es ging nach Wust. Hier lief das Wasser durch den Deichbruch in Fischbeck ins Dorf und stand bereits ca. 15 cm in den Straßen. Sofort wurde durch den Zugtrupp aus Dortmund und einem Führungsfahrzeug aus der vor Ort befindlichen Arnsberger Fachgruppe Führung und Kommunikation eine Kommunikations- und Führungsstruktur in den Einsatzablauf gebracht, bis diese durch die Siegener Fachgruppe Führung und Kommunikation abgelöst wurden. Zeitgleich wurde durch die Feuerwehr und Bundeswehr eine Einsatzleitung errichtet und die durchzuführenden Arbeiten koordiniert.
Zur gleichen Zeit wurde der Wasserbauingenieur, sowie der Gruppenführer Wassergefahren der Bundeswehr unterstellt um in der Nachbarortschaft Wust-Siedlung fachberatend im Deichbau zu fungieren. Der Einsatz lief bis in die frühen Morgenstunden des 13. Juni.

In den Mittagsstunden des 13. Juni wurde wieder der gesamte Bereitstellungsraum nach Wust gerufen, hier musste erneut ein Straßenzug vor dem herannahenden Wasser geschützt werden. Der Zugtrupp aus Halver übernahm die Leitung und Koordinierung der anfallenden Maßnahmen.

In den späten Nachmittagsstunden des 14. Juni kehrten die Helfer des Bereitstellungsraums Parey zurück aus dem Hochwassereinsatz.

Alles in Allem waren alle beteiligten Helfer des THW positiv überrascht über die Dankbarkeit der Anwohner. Der Hochwassereinsatz zeigte uns auf, dass wir dank der jährlich stattfindenden Bootstour gut für einen solch längeren Hochwassereinsatz vorbereitet sind.

Bericht: Tim Ciprina

Fotos: Tim Ciprina, Sven Oettinghaus


  • Gruppenfoto eines Teils der Dortmunder THW Helfer

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