Lippstadt, 18.05.2015, von Patrick Prause

Gerüstet für den Ernstfall

Zu einer Übung der besonderen Art rückten die Einheiten der 1. und 2. Bergungsgruppe des THW Lippstadt aus.

Ziel war die alte still gelegte Strecke der Rheda Bahn im Grünen Winkel in der Nähe des Friedhofs.  

Beim Eintreffen der Einheiten bot sich folgende Lage: Die heute nicht mehr existierende Bahnbrücke galt als teilzerstört, die Brückenfundamente aber noch als intakt und begehbar. Der Bach dazwischen war durch langanhaltende Regenfälle stark angestiegen und stieg mit schnell steigender Tendenz weiter, wodurch die parallel verlaufende Fußgängerbrücke nur bedingt nutzbar war. Dazu befand sich noch eine verletze , eingeklemmte Person auf der anderen Uferseite auf dem Bahndamm.

Während der Erstversorgung und Betreuung des Verletzten begann die Vorbereitung für die Rettung.

Durch die Komplexität des Szenarios blieb den Helfern nur die Möglichkeit eine Seilbahn über den schnell steigenden Bach zu bauen, um den Verletzten zu retten.

Hierzu errichtete die 1. Bergungsgruppe (B1) mit Hilfe des Einsatzgerüstsystems (EGS) auf dem ersten Brückenfundament ein sogenanntes Seilzug Portal. Gleichzeitig errichteten die Kameraden der 2. Bergungsgruppe (B2) auf dem anderen Brückenfundament einen Dreibock aus Holz.

Nachdem die beiden Konstruktionen standen wurde ein Stahlseil eingehängt und mittels Seilzug auf Spannung gebracht. An diesem wurde dann die Schleifkorbtrage angebracht, mit der weitere Gerätschaften zur Rettung des Verletzten auf die andere Seite gebracht wurde, bzw. hinterher der befreite verletzte über den Bach in Sicherheit gebracht wurde. 

Nach gut 90 min war die Person gerettet und dem Rettungsdienst übergeben und es konnte mit dem Rückbau begonnen werden.

Diese Art der Rettung von Verletzten wird immer dann vom THW eingesetzt, wenn die normale Infrastruktur zusammen gebrochen ist und die Einsatzorte schwer zu erreichen sind wie z.B. nach Erdbeben, Hochwasser oder Stürmen. Die verwendeten Holzkonstruktionen können dabei auch am Einsatzort mit dort vorgefundenen Material wie Bäumen, Dachbalken o.ä. improvisiert werden. Das EGS wird in der Regel durch die B1 auf einen eigenen Anhänger mitgeführt.

So eine Seilbahn kann auch zur Rettung von Personen aus Gebäuden genutzt werden.


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